Das Spiel hat so einige Erzählstränge zu bieten, die es in sich haben. Zuerst steht Ralf Fährmann und sein Debüt im Mittelpunkt des Interesses. Er macht seinen Job gut und zeigt seine Stärken zum Beispiel in der 57. Minute als er den alleine vor ihm auftauchenden Zidan davon abhält ein Tor zu machen. Dieser Zidan, in den letzten Wochen gelobt, ist hingegen ein Totalausfall. Er hätte schon in der 5. Minute das 1:0 machen müssen, stolpert aber. Vielleicht ist die Erwartungshaltung der Kulisse zu viel für ihn.
Diese bekommt aber auch ohne Zidanes Zutun ein Feuerwerk geboten, wobei die Freude gerecht geteilt wird: Zuerst dürfen die Blauweißen über drei Tore im Westfalenstadion jubeln. Danach freuen sich die Schwarzgelben über ebenso viele Tore und darüber, dass Pander und Ernst vom Platz geschickt werden. Und damit sind die Schalker noch gut bedient, denn Rafinha muss schon in der 27. Minute Rot sehen nachdem er Valdez einen mitgegeben hat. Dass ausgerechnet dieser Rafinha auch noch das 2:0 machen darf in der 39. Minute, ist eine große Fußballungerechtigkeit.
Der Fußballgott meint es an diesem Tag mit einem Spieler besonders gut: Alexander Frei! Er ist der Mann des Spiels, ein solches Comeback gelingt nur selten. In der letzten Saison konnte er aufgrund von Verletzungen nur weniger als die Hälfte der Spiele machen und während der Europameisterschaft erlitt er im ersten Spiel gegen die Tschechen einen Innenbandabriss. Nun bringt er die Borussia gegen Schalke fast alleine wieder auf Kurs und das, nachdem er das 1:3 vorbereitet hat, mit einem Traumtor: Er zieht aus 20 Metern mit links ab und trifft das linke Toreck. Da steht es 2:3 und die Aufholjagd beginnt, die nach 89 Minuten durch einen Elfmeter belohnt wird.
Christian Herrig
