Schalke beurlaubt Manager Müller – Rutten darf vorerst bleiben
Was sich in den vergangenen Tagen bereits andeute wurde am Montag (9.3.) Realität: der FC Schalke 04 beurlaubte Manager Andreas Müller. Dies war das Ergebnis eines Krisengespräches zwischen Müller, Aufsichtsratchef Clemens Tönnies und Gremiumsmitglied Jens Buchta am Montag Mittag auf der Schalker Geschäftsstelle.
„Wir haben Andreas Müller beurlaubt. Es war ein einstimmiger Aufsichtsratsbeschluss. Das sportliche Konzept, das er uns schon vor einigen Wochen vorgelegt hat, hat uns nur teilweise überzeugt", sagte Tönnies im Anschluss an die knapp einstündige Unterredung. „Wir haben lange Geduld bewiesen. Aber nach dem Spiel gegen Köln am Freitag war uns klar, dass etwas passieren muss“, so Tönnies weiter. In diesem Gespräch legte Tönnies Müller den Rücktritt nahe. Dieser lehnte dies allerdings ab. Über seine offizielle Abberufung wird nun am Samstag auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung entschieden.
Müller geriet in den vergangenen Monaten vor allem wegen seiner Einkaufspolitik in die Kritik (u.a. Streit, Grossmüller, Ze Roberto, Engelaar, Farfan). Diese kostete dem Verein ordentlich Geld, allerdings schlugen diese teuer verpflichteten Spieler auf Schalke nicht ein. Vor allem die Position des Spielmachers, der im derzeitigen Schalker Spiel schmerzlich vermisst wird, konnte von Müller nicht adäquat besetzt werden.
Der 46-Jährige Müller war insgesamt fast 21 Jahre für Schalke tätig. Von 1986 bis 2000 trat er als Spieler für die Knappen vor den Ball und hatte entscheidende Anteile am UEFA-Cup Sieg 1997. Nach seiner aktiven Karriere fungierte er zunächst als Team-Manager sowie Assistent vom damaligen Manager Rudi Assauer. Nach Assauers Rücktritt im Mai 2006 wurde Müller zum Manager befördert. Sein Vertrag auf Schalke lief noch bis Sommer 2011.
Einen Nachfolger für Müller gibt es noch nicht. Seine Aufgaben übernehmen vorerst Geschäftsführer Peter Peters und Präsident Josef Schnusenberg sowie Trainer Fred Rutten. Trotz der sportlich verkorksten Saison, mit dem frühen Aus in der Champions-League, dem UEFA-Cup und zuletzt dem DFB-Pokal sowie Mittelmaß in der Bundesliga, steht der Holländer derzeit nicht zur Diskussion. „Seine Arbeit stand nie infrage", betonte Tönnies am Montag. - ben
