Fußball Bundesliga
27. Spieltag

Hannover 96 – Hertha BSC 2:0 (1:0)

Während die Gäste aus Berlin nach zwei Niederlagen in Folge den Anschluss an die Tabellenspitze nicht verlieren wollen, geht es für die Niedersachsen um den Klassenerhalt. In der AWD Arena hat Hannover 96 in dieser Saison erst ein Spiel verloren, somit sind die Berliner gewarnt. Neben Kapitän Arne Friedrich (Meniskusoperation) fällt auch Marko Pantelic ( Adduktorenzerrung) aus. Lucien Favre will gegenüber dem Spiel gegen Borusia Dortmund nicht viel ändern, denn es gab in diesem Spiel genug Torchancen und die Niederlage lag nur an Details, sagte der Trainer.

Der Gastgeber muss weiterhin Steven Cherundolo, Vinicius, Frank Fahrenhorst, Jan Schlaudraff und Valérien Ismael verletzungsbedingt ersetzen.

Für die Berliner gab es fast einen Auftakt nach Maß. In der ersten Minute gelangte ein langer Ball von Steve von Bergen über Cicero zu Patrick Ebert, der aus vollem Lauf genau zu Andrey Voronin flankte. Der Ukrainer ließ den Ball zu Raffael abtropfen, der abgefälschte Schuss des Brasilianers traf aber nur die Querlatte. Auch in der Folgezeit hatten die Gäste Vorteile. Fast aus dem Nichts gelang den Niedersachsen in der 29. Minute die Führung durch Mike Hanke, der von Rodnei und Kapitän Josip Simunic nicht attackiert wurde. Hertha drängte auf den Ausgleich, Andrey Voronin verfehlte mit einigen Torschüssen nur denkbar knapp den Torerfolg. Es blieb bis zur Pause bei der insgesamt glücklichen Führung der Hausherren.

Hannover kam so aus der Kabine, wie die Herthaner in der ersten Halbzeit, nämlich mit einer guten Torchance in der ersten Minute. Jacek Krzynowek scheiterte am aufmerksamen Jaroslav Drobny. Das Team von Lucien Favre kam aber wieder besser ins Spiel, aber die über weite Strecken der Saison hoch gepriesene Effektivität ist den Berlinern abhanden gekommen. Die Pässe in die Spitze kamen genauso wie die Flanken zu ungenau. Die Niedersachsen stellten dann die Weichen auf Sieg. Mike Hanke flankte flach in den Strafraum, Sergio Pinto verlängerte zu Arnold Bruggink, der den Ball über die Linie stocherte. Marc Stein ging da gegen den Torschützen nur halbherzig zur Sache. Als die mitgereisten Berliner Fans schon den Anschlusstreffer bejubelten, machte ihnen das Schiedsrichtergespann einen Strich durch die Rechnung. Das Tor wurde wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt. Die Gäste versuchten alles um etwas Zählbares mit nach Berlin mitnehmen zu können, die Hannoveraner waren nur noch darauf bedacht den Heimsieg unter Dach und Fach zu bringen. Sie haben sich im Abstiegskampf Luft verschaffen können.
Auf jeden Fall war hier für die Berliner mehr drin. In diesem durchschnittlichen Bundesligaspiel wirkten beide Abwehrreihen nicht sattelfest. Hertha wird nach der dritten Niederlage in Folge aufpassen müssen, um nicht das Wasser aus der Kiepe zu verlieren.
Die nächsten Gegner heißen Werder Bremen im Olympiastadion und danach Hoffenheim und der Hamburger SV auswärts.
Vorerst wird Arne Friedrich wegen Verletzung fehlen, Patrick Ebert ist gegen Bremen gesperrt (5. Gelbe Karte) und Andrey Voronin seine Rote Karte hat eine Sperre zur Folge.

Der Platzverweis war der 1000 in der Bundesliga, ein Jubiläum worauf der Ukrainer wahrlich nicht Stolz sein kann. Die Berliner haben den dritten Tabellenplatz eingebüßt und bei den kommenden Aufgaben ist zu befürchten, dass sie weiter in der Tabelle durch gereicht werden.

Mannschaftsaufstellungen
Hannover 96
Enke, Pinto (73. B. Schulz), Eggimann, C. Schulz, Rausch, Balitsch (33. Rosenthal), Andreasen, Stajner (82. Lala), Bruggink, Krzynowek, Hanke
Trainer
Dieter Hecking

Hertha BSC
Drobny, Stein, von Bergen, Simunic, Rodnei, Dardai (65. Piszczek), Cicero, Ebert (63. Domovchiyski), Nicu (63. Kacar), Raffael, Voronin
Trainer
Lucien Favre

Schiedsrichter
Michael Kempter

Zuschauer
47.187

Tore
1:0 (29.) Hanke
2:0 (62.) Bruggink

Gelbe Karten
Schulz, Bruggink – Dardai, Ebert, Raffael, Cicero

Rote Karten
Voronin

Hertha in der Einzelkritik
Jaroslav Drobny machte zwar keinen Fehler, ließ sich aber offensichtlich von der unsicheren Abwehr anstecken. 4

Marc Stein hatte so seine Mühe in der Abwehr. Offensiv kamen seine Flanken zu ungenau. 5

Steve von Bergen konnte den Kapitän nicht gleichwertig ersetzen, gab aber sein Bestes. 4

Josip Simunic versuchte hinten alles dicht zu halten. War beim ersten Gegentor nicht unbeteiligt. 3,5

Rodnei schaltete sich oft offensiv mit ein, jedoch ohne den nötigen Erfolg. In der Defensive mit Standproblemen. 4,5

Pal Dardai läuft momentan seiner Form hinterher. 4

Cicero stellte nur phasenweise sein Können unter Beweis. 4

Patrick Ebert war zu Beginn des Spiels gut mit dabei, tauchte dann aber unter. 4

Maximilian Nicu seine schlechte Form hat sich auch in Hannover nicht verbessert. 5

Raffael hatte schon in der ersten Minute mit einem Lattentreffer Pech, zudem wurde ein Tor vom Brasilianer zu Unrecht nicht anerkannt. 4

Andrey Voronin war kämpferisch wie immer lobenswert, beim Abschluss ohne Glück. Seine unprofessionelle Unbeherrschtheit die zur Roten Karte führte, lässt keine bessere Benotung zu. 6

Peter Müller 

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