Harmloser VfL zum dritten Mal in Folge zu Hause ohne Punkt

Borussia Dortmund entscheid verdient das sogenannte kleine Revier-Derby beim VfL Bochum mit 2:0 für sich und konnte damit zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder drei Punkte mit in die Nachbarstadt nehmen. Während der VfL nach der dritten Heimpleite in Folge damit weiterhin nicht aller Sorgen im Kampf um den Klassenverbleib ledig ist, klopft der BVB mit Vehemenz an die UEFA-Cup-Ränge.

Früh bahnte sich an der Castroper Straße für Bochum die dritte Heimpleite in Folge an. Die Gäste zeigten zwar spielerisch nur wenig Übergewicht, das aber reichte gegen eine zwar bemühte, aber insgesamt harmlose Koller-Elf, die vor allem im Abschluss keinerlei Präzision an den Tag legte. Zudem blieb die anfangs einzige Spitze Diego Klimowicz stumpf, das vorsichtige Bochumer System war so nahezu lahm gelegt. Erst recht, nachdem Owomoyela in der elften Minute nach einem Eckball gegen Mavraj die Oberhand behielt und zur Führung einnickte. In einer insgesamt sehenswerten ersten Halbzeit vergab der Borusse Hajnal nach einer gelungenen Kombination in der 37. Minute die wohl größte Torchance.

Abschiedsgruß von Koller

Im zweiten Spielabschnitt gab es weiter auf beiden Seiten zahlreiche Gelegenheiten. Mehr oder weniger zwingend, doch nie hatte man den Eindruck, die Partie sei bereits entschieden. Auch nicht, als Nelson Valdez in der 54. Minute mit einem herrlichen Schlenzer aus 18 Metern eine Unentschlossenheit von Marcel Maltritz bestrafte. Bis zuletzt drängten die Gastgeber auf den Anschlusstreffer. Erst als Yahia per Kopfball in der 89. Minute am Lattenkreuz scheiterte, war klar, dass dem VfL an diesem Samstag kein Treffer vergönnt bleiben sollte. Selbiges gilt wohl auch für die Bochumer Stürmer Hashemian und Kaloglu in der kurz- und mittelfristigen Zukunft, die mehr denn je ungewiss scheint. Der Vorzug von Nachwuchsspieler Vogt gegenüber den beiden Reservisten beim Stand von 0:2 war von Coach Koller für das Angriffsduo wohl nahezu ein Abschiedsgruß.

Kleiner, aber feiner Unterschied

Und dann bemerkte der Beobachter noch den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen den Revierclubs, spätestens im zweiten Spielabschnitt am und auf dem Spielfeldrand:

Als da wäre die ständige Präsenz von BVB-Trainer Jürgen Klopp: Mit Handzeichen und in Spielpausen nimmt der Trainer ständig Kontakt mit seinen Akteuren auf. Jederzeit gibt er so taktische Hilfestellungen. Der Coach nimmt ständig Einfluss aufs Spielgeschehen und schult so die Spielintelligenz seines Teams.

Auf diesem Wege entsteht eine taktische Disziplin, die seinesgleichen sucht. Die Spieler sind selten emotional, stattdessen voll konzentriert und haken das Geschehene im Handumdrehen ab, um sich neu zu positionieren. Resultat: Wenig Fehler im Rückwärtsgang, schnelles Umschalten bei den am Samstag häufigen Kontersituationen.

Individuelle BVB-Stärken, nicht übermäßig, aber immerhin gegen den VfL ausreichend. Im Vergleich fielen Imhof gegen den umsichtig präsenten Kehl vor der Abwehr oder der behäbige Klimowicz gegen den quirligen Dortmunder Stürmer Frei deutlich ab. Und: Wann hat man vom VfL zuletzt so ein Kunstschuss wie den von Valdez gesehen?

Nicht zuletzt das Auftreten der Fans. Keine Mannschaft bislang hat ihr Team in Bochum so zahlreich und so lautstark unterstützt. Auf der einen Seite kein Wunder nach drei Siegen und einer erfolgreichen Saison. Auf der anderen Seite ein deutliches Plus für die Borussen, die eigentlich Heimspielflair genießen konnten...

Bochum: Fernandes, Concha, Maltritz, Mavraj, Yahia, Imhof, Dabrowski (ab 84. Vogt), Bönig (ab 67. Grote), Ono (ab 63. Freier), Sestak, Klimowicz

Dortmund: Weidenfeller, Owomoyela, Subotic, Santana, Dede, Kehl, Sahin, Hajnal, Blaszczykowski (ab 70. Tinga), Valdez (ab 84. Boateng), Frei (ab 78. Zidan).

Tore: 0:1 (11.) Owomoyela, 0:2 (54.) Valdez

Zuschauer: 31.328

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