Nach drei sieglosen Bundesligaspielen sollen gegen Werder Bremen drei Punkte eingefahren werden. Hertha muss auf Andrey Voronin (Rotsperre), Patrick Ebert (5. Gelbe Karte) und Kapitän Arne Friedrich (Meniskus-OP) verzichten. Den Gästen von der Weser ergeht es aber nicht besser, denn mit Mesut Özil und Spielmacher Diego sind die Bremer mindestens genauso geschwächt wie die Berliner.
Fußball Bundesliga
28. Spieltag
Hertha BSC – Werder Bremen 2:1 (0:1)
Das Berliner Olympiastadion war beim Gastspiel der Bremer mit 68.022 Zuschauern wie schon gegen Borussia Dortmund gut gefüllt. Besonders die Ostkurve sorgte für Stimmung. Dem Spiel konnte zunächst keine Mannschaft seinen Stempel aufdrücken, es entwickelte sich ein Spiel ohne nennenswerte Torchancen. Nach knapp einer halben Stunde hatte Cicero nach einer Raffael Flanke Pech, sein Kopfball landete am Pfosten. Dieser Aluminiumtreffer der Berliner hat die Bremer offensichtlich wachgerüttelt, denn in der Folgezeit kamen sie zu einigen gefährlichen Aktionen ohne das etwas Zählbares daraus gekommen ist. Als sich scheinbar alle mit einem torlosen Remis zur Pause abgefunden hatten, stocherte Nationalspieler Per Mertesacker nach einem Eckball den Ball über die Linie. So kamen die Gäste kurz vor der pause noch zur glücklichen Pausenführung.
In der zweiten Halbzeit wurden die Gastgeber agiler, während sich das Team von Thomas Schaaf auf gelegentliche Konter beschränkte. Diese Taktik schien sich für die Bremer auszuzahlen. Markus Rosenberg und Peter Niemeyer ließen ihre Torchancen aber ungenutzt. Hertha wurde jetzt stärker. Tim Wiese konnte einen Kopfball von Cicero entschärfen, aber kurze Zeit später köpfte Kapitän Josip Simunic eine Flanke von Pal Dardai in den Torwinkel. Der Ausgleich fiel zwar überraschend, war zu diesem Zeitpunkt aber nicht unverdient. Der eingewechselte Tunesier Amine Chermiti kam jetzt richtig in Fahrt. Ein Torerfolg blieb ihm verwehrt, weil sein Kopfball nur den Pfosten traf. An der entscheidenden Szene des Spiels sollte er aber seinen Anteil haben. Er eroberte drei Minuten vor Spielende den Ball von Naldo, brachte dann Raffael ins Spiel und der Brasilianer erzielte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze den viel bejubelten Siegtreffer.
Das Hertha dieses Spiel noch umbiegen konnte, war enorm wichtig. Bei einer Niederlage wäre die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb in der kommenden Saison in ernsthafte Gefahr geraten, denn mit 1899 Hoffenheim und dem Hamburger SV stehen zwei unbequeme Auswärtsspiele auf dem Spielplan.
Mannschaftsaufstellungen
Hertha BSC
Drobny, Stein (66. Chermiti), Simunic, von Bergen, Cufré, Dardai, Kacar, Nicu (57. Piszczek), Cicero, Raffael, Pantelic (61. Domovchiyski)
Trainer
Lucien Favre
Werder Bremen
Wiese, Fritz, Mertesacker, Naldo, Prödl, Baumann, Frings, Hunt (46. Niemeyer), Tziolis, Pizarro, Rosenberg (66. Almeida)
Trainer
Thomas Schaaf
Schiedsrichter
Babak Rafati
Tore
0:1 (43.) Mertesacker
1:1 (71.) Simunic
2:1 (87.) Raffael
Zuschauer
68.022
Gelbe Karten
Drobny, Dardai, Kacar
Peter Müller
